XING 35 :: Political Correctness.

Es tut uns alles so leid!

Ja, wir kritisieren die Political Correctness (PC) in diesem Heft. Und zwar nicht von Seiten der heimatbewegten reaktionären Seite, dazu hat sie unserer Ansicht nach zuviel mit selbiger gemein. Dreimal links abbiegen und man kommt nach rechts. Kultur, Identität all das sind schöne, progressiv klingende Begriffe, für alle, die nicht genau hinhören wollen oder können. Ganz einfach weil die komplexitäts-reduzierende Phraseologie für sie ausreichend ist, oder weil als geistiges Fundament Critical oder ähnliche -Studies im Nebenfach halt doch nicht reichen.
Ich erlaube mir dieses Heft zu eröffnen und beschreibe mit In die Gosse mit euch! eine Entwicklung die für die politischen Systeme westlicher Staaten sehr problematisch zu sein scheint: der breite Teil der Bevölkerung, der auf der Links-Rechts Achse von der Lust auf permanente Thematisierung ihrer Heteronormativität genau soweit entfernt ist, wie von dumpfem Ressentiment, wird politisch-heimatlos gemacht. Dann nähern wir uns der Wurzel der PC, nämlich der Vorstellung vom „identitären Gefängnis“ (na, dämmert Ihnen was?) die, das labile und dauergekränkte Individuum erst möglich macht, und das dann durch volkspädagogische PC-Maßnahmen geschützt werden muss. In Identitätsprobleme beschreibe ich das Konzept der anthropologischen Revolution, und behaupte, dass das ein Konzept für eine regressive Linke ist.
Im Interview mit Christine Bauer-Jelinek und Patrick Catuz, Gäste im Bank Austria Salon zum Thema „Gender“, lesen Sie, wie angenehm-widersprüchlich Positionen zu diesem Thema sein können. Der Soziologe Heinz Bude macht zum Schicksal des Gutmenschen einen Vorschlag zur Güte. Kenan Malik steht auf dem Standpunkt, dass das Konzept der „Multikulturellen Gesellschaft“ leider über seine infantile Phase nie wirklich hinauskam. Natürlich leben wir in einer multikulturellen Gesellschaft, aber eigentlich steht das gar nicht im Widerspruch zu einer „Leitkultur“ (außer vielleicht der der CSU).
Jana Horvath wird dann ein wenig erotisches Prickeln in Zeiten politischer Korrektheitshysterie aufkommen lassen. Simone Seyringer gibt einen Einblick in das System der Mikroaggressionen. Der Schriftsteller Michael Amon bietet nur scheinbar unzusammenhängende Betrachtungen zur PC. Über die Lust am wohlwollenden Informationsentzug in öffentlich-rechtlichen Medien berichtet die Journalistin Chiara Pellegrini mit dem Artikel „Wir sind so berauscht von uns“. Ihrer Meinung nach weicht deren Rolle als Moralgeneratoren (zu) weit von ihrer Existenzberechtigung ab.
Abschließend wollen wir festhalten: sollten Sie anderer Meinung sein, oder sich gegen unsere Anschuldigungen wehren wollen, betrachten wir das als narzisstische Wehleidigkeit Ihrerseits und sehen die Richtigkeit unserer Kritik darin nur bestätigt.
Daher wäre es in Ihrem Interesse, Kritik zu unterlassen und das Heft einfach zu kaufen. Denn das ist nur zu ihrem Besten.
Ganz ohne Ironie: Viel Freude beim Lesen wünschen
Ihre XING Magazin-Redaktion
&
Bernhard Seyringer, Herausgeber


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XING 34 :: Share Me, Baby!

Im Westen und Osten was Neues.

Sharing macht glücklich, rettet die Umwelt, bringt mehr Gleichheit und manchen Menschen auch ein Vermögen ein. Ist es möglich, dass mit der Sharing Economy die Quadratur des Kreises gelingt: Hedonimus mit dem Ergebnis einer besseren Welt?
Manche meinen Ja. Zum Beispiel sehen die Autoren des bahnbrechenden Werkes „What´s Mine Is Yours“, Rachel Bootsmann & Roo Rogers, mit der Sharing Economy ein neues Bewusstsein bei Menschen um sich greifen, das Konsum neu definiert und dabei Gemeinschaftssinn und Umweltschutz fördert. Dass sich dabei auch vortrefflich Geld verdienen lässt führt Alex Stephany vor. Er hat einen kleinen Londoner Sharing-Marktplatz, auf dem Parkplätze getauscht werden, an die New Yorker Börse gebracht und ganz nebenbei ein Buch darüber geschrieben.
So wie Alex Stephany kommen aber nicht alle, ja eigentlich nur die Wenigsten zur Sharing Economy. Viele beteiligen sich an Plattformen um Kontakte zu knüpfen, andere, weil sie sich Dinge des täglichen Bedarfs anders nicht leisten können. Juliet B. Schor hat die Alltagserfahrungen der Sharer untersucht, was sie dabei verdienen können und welche Rolle dabei soziale Aspekte spielen. Tom Slee´s Antwort auf „What´s Mine Is Yours“ – „Deins ist Meins“ – untersucht die unbequemen Wahrheiten der Sharing Economy und wer die Kosten für die sagenhaften Gewinne übernehmen soll.

KOOPERATIONEN
Mit unseren Kooperationspartnern konnten wir das Sharing-Thema in den Bereichen Markenführung und China erweitern. Den neuen Trends des kollaborativen Konsums müssen sich auch viele klassische Unternehmen stellen und in ihren Marketingstrategien Rechnung tragen. XING Magazin sprach dazu mit dem Markenberater und Geschäftsführer der Agentur Brainds , Thomas Hotko.
Wie das Rennen um die Marktführerschaft am Sharing Markt in China geführt wird, hat Ingrid Fischer-Schreiber von ChinaCultureDesk recherchiert. Dort steht für die Konkurrenten nicht nur der größte Markt weltweit auf dem Spiel. Denn das Motto „The winner takes it all“ gilt auch in der Sharing Economy, und damit geht mit dem Rennen um Milliardeninvestitionen ein Gutteil des asiatischen Marktes wahrscheinlich an den finanzstärksten und aggressivsten Bewerber.
In dieser Ausgabe dürfen wir auch einen neuen Kooperationspartner vorstellen: Klaus Æ. Mögenden vom Copenhagen Institute for Future Studies stellt die Frage, was Menschen in einer zunehmend automatisierten Zukunft arbeiten werden und präsentiert dazu vier Szenarien.
Viel Freude beim Lesen wünschen
Ihre XING Magazin-Redaktion
&
Bernhard Seyringer, Herausgeber


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XING 33 :: Kommt noch was?

Die Zukunft ist schon da.

Kommt noch was? Und was kommt?
Ja, was sollte ein „Fortschritt“ eigentlich sein, fragt Michael Amon. Grundsteine für die Zukunft werden heute gelegt. Etwa im Wohnbau, oder was im Zusammenhang mit „Nachhaltigkeit“ unternommen wird. Dabei wird Konsens darüber hergestellt, welche Ziele erstrebenswert, vorrangig und in der Folge angegangen werden. Ob und wie Wohnraum geschaffen werden soll, lesen wir bei Chiara Lorenzo, ob und wie CO2-Ausstoß verringert werden soll, sind wir beim Thema „Nachhaltigkeit“ mit Lena Berger auf der Spur. Beide Artikel stehen als Beispiele für Bereiche, in denen Heute die Weichen gesellt werden, während andere Themen dem Vergessen anheim fallen.
Aber wer wählt diese Bereiche aus? Und Wie? Edward Bernays, Pionier der Public Relations Industrie, war Meister darin, Themen zu pushen – aber auch verschwinden zu lassen. Bernhard Seyringer hat einen Blick in seinen Werkzeugkasten zum Engineering of Consent geworfen.
Darüber, wie unsere Zukunft aussehen soll, gehen oft die Meinungen auseinander. Einen wichtigen Beitrag, welche Zukünfte überhaupt möglich sind, liefern die Wissenschaften. Aber was soll die Wissenschaft erforschen? Brauchen oder wollen wir überhaupt diesen oder jenen „Fortschritt“? Um Debakel wie Gen-Mais oder Klon-Schafe zu vermeiden, soll EU-finanzierte Forschung besser kommuniziert werden und Betroffene einbeziehen. Manche Forscher sehen dadurch die Wissenschaft bedroht. Dieses Engineering of Dissent thematisiert Jana Horvath.
Wie man es in der Planwirtschaft der Sowjetunion mit Planung hielt hat Chiara Lorenzo recherchiert. Und Simone Seyringer beschäftigt sich mit den Faktor Angst, wenn wir vor der Wahl stehen.
CHINACULTUREDESK
ChinaCultureDesk hat den Gastautor Li Zhen eingeladen, der von seinem Oral-History-Projekt zum chinesischen Film erzählt.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen!
Ihre XING Magazin-Redaktion
&
Bernhard Seyringer, Herausgeber


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COVER :: Edward Burne-Jones (1833 – 1898), The Wheel of Fortune, 1883, Öl auf Leinwand, Musée d’Orsay, Paris.

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XING Magazin 32 :: Industrie 4.0

Keine Angst, es wird nur alles ganz anders.

GLÜCK GEHABT.
XING Magazin hat diesmal neben dem Schwerpunkt, und der in Kooperation mit ChinaCultureDesk veröffentlichen Reihe zu China, eine dritte ebenso erfreuliche und anspruchsvolle Rubrik mit dem Bank Austria Salon, diesmal zum Thema „Glück“.
Wir bieten einen kleinen Vorgeschmack auf das Thema, das am 20. Januar in der Tradition des Salons mit spannenden Gästen diskutiert und verhandelt wird: Ha Vinh Tho, Programmdirektor des Gross National Happiness Center in Bhutan, und der österreichischen Schriftstellerin Marlene Streeruwitz.
SCHWERPUNKT: INDUSTRIE 4.0
Wie aufmerksame Leser wissen, beschäftigt sich XING Magazin gerne mit Zukunftsfragen. Das ist kein einfaches Terrain, und – so mögen Sie vielleicht einwenden – auch vergebene Liebesmüh´. Viele Menschen haben den Eindruck, dass Fortschritt ein autonomer (sozialer) Prozess sei, der sich wie eine Naturgewalt vollzieht und das Individuum hätte nur die Wahl, sich diesen Entwicklungen anzuschließen, oder zunehmende Isolation in Kauf zu nehmen. Willy Brandt würde einer solchen Einstellung wahrscheinlich nicht zustimmen, denn ihm wird das Credo zugeschrieben: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“
Blicken wir auf die letzten 100 Jahre zurück, so werden wahrscheinlich die meisten unter Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, zustimmen, dass Wissenschaft und technologische Innovationen unseren Alltag stark verändert haben. Daneben aber können wir feststellen, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse kaum verändert haben – es gibt zum Beispiel immer noch eine weitgehend idente Institutionenlandschaft, gleiche Parteien, soziale Strukturen, dasselbe Wirtschaftssystem usw. Es ist vielleicht erstaunlich, aber das soziale Setting ist bei Weitem stabiler und festgefügter als unser biologisches und technisches Umfeld.
In diesem Heft finden Sie wichtige und hochaktuelle Beiträge zum Thema Industrie 4.0, weil diese technische Revolution so fundamental sein könnte, dass sich auch das soziale Setting stark verändern würde, so Bernhard Seyringer. Erste Anzeichen für diesen technologiegetriebenen Wandel sind schon sichtbar, meint Jeremy Rifkin, Autor von „Die Null-Grenzkosten-Gesellschafft“, Campus Verlag. Am wichtigsten schätzt er die Erschließung neuer Energiequellen ein, aber auch die neue, breite Akzeptanz von neuen (kulturellen) Praxen, wie Sharing (vom Fahrrad bis zur Wohnung).
In „The Robots are Coming“ (Foreign Affairs, July 2015) erklärt Daniela Rus, Leiterin des MIT-Labors für Informatik und künstliche Intelligenz, den derzeitigen Stand der Forschung. Mit ihrem Buch „The Second Machine Age“ haben die Autoren Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee eine breite Diskussion ausgelöst, ob „humans will go the way of horses?“ (Foreign Affairs, July 2015), wenn ihre Arbeitskraft großteils durch Maschinen ersetzt wird. Darrell M. West, Direktor des Zentrums für Technology Innovation der Brookings Foundation, sieht große Herausforderungen für Governance und Regulierung heraufziehen, aber auch große Chancen für Gesellschaften, die aktiv mit diesen Veränderungen umgehen. Nicolas Carr, Autor von „Abgehängt. Wo bleibt der Mensch, wenn Computer entscheiden“ (Hanser Verlag, 2015), erklärt, dass sich auch jeder einzelne mit den Folgen des technischen Fortschritts auseinandersetzen muss, um bewusste Entscheidungen über ihren Gebrauch und damit auch über sein eigenes Leben treffen zu können.
CHINACULTUREDESK
Unsere Freunde von ChinaCultureDesk bereichern diese Ausgabe mit einem Text zur chinesischen Wissenschaftsphilosophie und -geschichte von Wenchao Li.

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Bernhard Seyringer, Herausgeber


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COVER :: „„Woman Making Love to Robot.“ Image by BLUTGRUPPE © Corbis.

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XING 31 :: Urban Imagineering.

Neue Narrative zur Stadt.

Mit Julya Rabinowich starten wir in einer bereits etwas betagten Aeroflot-Maschine, die Reise durch dieses Heft. Vom verlorenen Leningrad hinüber in das wiedergefundene St. Petersburg stellt dabei die erste Etappe dar. Florian Neuner folgt und berichtet über die Entschlüsselung räumlicher Zusammenhänge und über die Bedingungen der Lesbarkeit städtischer Räume.
Wo beginnt die Stadt, wo endet sie? In den Artikeln von Richard Sennett und Neil Brenner lösen sich Vorstellungen klar definierbarer Grenzen des Urbanen auf. Die alte Vorstellung hier Natur und dort Kultur ist längt obsolet, heute mehr denn je angesichts der zunehmenden Unberechenbarkeit der Naturgewalten durch den Klimawandel, den Sennett in den Vordergrund rückt, die vor Stadträumen nicht halt machen, und auch der Ausdehnung der Städte, deren Versorgungswurzeln weit über das Umland hinausreichen und eine globale Vernetzung – die operative Landschaft, wie es Brenner nennt – erreicht haben. Diese Entwicklung ist der Schwerpunkt bei Brenner, der darauf hinweist, dass die globale Ausdehnung des urbanen Terrains auch in der Governance-Perspective seinen Niederschlag finden sollte, auch wenn derzeit die Auswirkungen der totalen Urbanisation vielleicht nur indirekt spürbar sind.
Wie das funktionieren kann haben Bruce Katz und Jennifer Bradley in ihrem Buch The Metropolitan Revolution beschrieben. Wenn Kommunen erkennen (müssen) – z. B. durch die Finanzkrise – dass sie auf globale Probleme reagieren müssen, aber die Instrumente dazu auf dieser regulatorischen Ebene nicht vorgesehen sind. Dabei haben die Autoren Strategien von Metropol-Regionen untersucht, die stadtregionale Reichweiten überschreiten. Wie New York auf die Finanzkrise, Detroit auf die De-Industrialisierung, Los Angeles auf Hindernisse in der Transit-Erschließung reagiert haben, könnte auch ein Vorbild sein, wie man auf Migrationsströme, klimatische Veränderungen und andere Probleme reagieren könnte. Daher haben wir ihren 5-Schritte-Plan für alle tatkräftigen Stadtplaner und Bürger hier abgedruckt.
Die Journalistin Chiara Pellegrini beschreibt warum all´ die Sehnsucht nach dem guten, ruhigen, nachhaltigen Leben offenbar nicht immer ganz oben auf unserer Wunschliste steht.
Der Kulturwissenschaftler Thomas Duschlbauer betrachtet das Urbane zwischen Schein und Wirklichkeit und begibt sich dabei auf die Spuren der Situationisten.
Einen unglückseligen Hang zur Urbanität diagnostiziert Michael Amon der Provinz und begibt sich dabei auf eine komplexe Spurensuche nach sehr schwer zu fassenden Begriffen.
Nachdem Premierminister Modi Ernst macht mit dem indischen Smart Cities-Programm, haben wir hierauf ein Mango Lassi gehoben und danach ein Auge auf die Strategie dahinter geworfen.
Abschließend, darf´s noch ein bisschen Portlandia sein? Jana Horvath beschreibt eine unendlich großartige Serie über eine Stadt, urbanen Lifestyle und die permanente Produktionen neuer Trends und Gewissheiten.
JETZT NEU! mit einem Beitrag von ChinaCultureDesk. Über Urbanising China: The on-going debate on Modernity schreibt Zhang Li, Architekturprofessor an der Tsinghua University, in Peking.

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Bernhard Seyringer, Herausgeber


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COVER :: „The Rising Tide“ by Jason deCaires Taylor, zu sehen am
Totally Thames Festival 2015, London
Vier Reiter des Ökö-Bildhauers Jason deCaires Taylor wurden im September im Themse-Ufer bei Vauxhall, London, der Öffentlichkeit präsentiert, wo sie
in jeder Flut erneut untergehen werden.

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XING 29 :: „Bear Sterns is fine.“

Thema Wirtschaftsjournalismus

Sie haben es auch schon lange geahnt, sagen sie? Der Wirtschaftsjournalismus ist einfach nicht mehr das, was er mal war.
Wie konnte das nur passieren? Wie konnte man der letzten Finanzkrise nur so ahnungslos entgegen torkeln? Aber war das so? Könnte man dieses gefühlte Fehlen an Information, Hinweisen und Alarmsignalen wirklich empirisch feststellen? Nein, ich fürchte nicht. Es gab eine Menge sehr guter Artikel in sehr guten Zeitungen dazu. Das einzige was man definitiv nach der Recherche für dieses Heft sagen kann: die öffentlich-rechtlichen Medien haben sich in keiner Weise aufklärerisch-effizienter verhalten als andere Qualitätsmedien. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei öffentlich-rechtlichen Medien lässt sich nur in Haus-Höhen benennen.
Die gesellschaftlichen Lernfragen hinter diesem Thema sind somit, wie gehen wir mit minoritärem Wissen um? Und, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk in genanntem Fall seine Sache keineswegs besser gemacht hat als andere Medien, sollte man dann seine Rolle nicht etwas lauter diskutieren?
XING Kulturmagazin, das Magazin ihres Vertrauens, umfasst das Thema Zukunft und Rolle des Wirtschaftsjournalismus allerdings gewohnt gekonnt.
Robert H. Giles und Barry Sussman zeigen auf, wie gute Berichterstattung aussehen müsste; Chris Roush verteidigt die Wirtschafts-Presse und stellt die Frage, ob es nicht eine simple Überschätzung von Macht und Einfluss derselbigen ist, wenn man behauptet, eine andere Berichterstattung hätte die Finanzkrise verhindern können? Monika Kovarova-Simecek, begibt sich auf die historischen Spuren des Finanzjournalismus; einen Schuss Entschleunigung in der aufgeregten Debatte zur Rolle des Wirtschaftsjournalismus leistet der Schriftsteller Michael Amon; die XING Redaktion betrachtete noch kurz das Konzept der financial literacy.
Yiannis Mylonas von der Higher School of Economics in Moskau, blickt auf die Wirtschaftskrise als Medienspektakel und abschließend erklärt uns Simon Rogers von twitter in mehr als 140 Zeichen, warum Daten-Journalimus der neue Punk ist.
Pamela Marjan Bartar steuert Betrachtungen zum Thema Innovation in Indien bei. Natürlich freuen wir uns wieder besonders über die Kooperation mit Kultur Diplomat Magazin.

Teilen sie unser Interesse, und genießen sie dieses Heft!

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Ihre XING Magazin-Redaktion
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Bernhard Seyringer, Herausgeber


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COVER :: The Fall of Ixion, 1588 von Cornelis Cornelissen, Haarlem 1562 – 1638
Original: Öl auf Leinwand, 192 x 152 cm
Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam
„A naked man tumbles screaming into a fiery abyss. He is Ixion, who attempted to seduce Hera, the wife of Zeus, the ruler of the gods. He was punished for his arrogance by being doomed to rotate for eternity on a burning wheel.“

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